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WLAN-Router: Herstellerangaben zur Geschwindigkeit sind utopisch

31.10.2005   Die Hersteller von DSL-Routern mit WLAN-Funktechnik versprechen immer höhere Geschwindigkeiten und Reichweiten. Waren im vergangenen Jahr noch Geräte mit einer theoretischen Datenrate von 54 Megabit in der Sekunde (MBit/s) aktuell, sind inzwischen 108 MBit/s angesagt.

Ein Router, der angeblich 108-MBit/s schafft, übertrage selten Daten mit einer höheren Geschwindigkeit als 20 MBit/s. Auch ein zweites Problem, die Reichweite, bekämen die Hersteller nur schleppend in den Griff. Im Test hätten lediglich zwei der fünf Testkandidaten beim Datenfunk durch Decken und Wände überzeugt.

Sieger wurde dem Bericht nach der drahtlose Pre-N Router F5D8230-4 von Belkin für rund 130 Euro. Besonderes Merkmal des Modells seien drei Außenantennen, die für eine optimale Funkposition sorgen sollen. In der Praxis kamen am ersten Messpunkt, der zwei Wände und zehn Meter vom Belkin-Router entfernt war, mehr als 27 MBit/s auf dem Test-Notebook an. Bei doppelter Entfernung und vier Wänden sank die Geschwindigkeit auf immer noch ordentliche 23 MBit/s. Bei 30 Metern Sichtverbindung konnten die Tester noch über 17 MBit/s messen.

Lediglich der WRT54GX von Linksys für rund 150 Euro schnitt in dieser Disziplin besser ab. Der Linksys-Router schickte selbst bei 30 Metern Sichtverbindung noch knapp 25 MBit/s durch die Luft. Bei den übrigen drei Testkandidaten waren bei dieser Entfernung kaum noch Daten zu empfangen. Der Linksys verspielte sich den Testsieg, da die Menüführung wie bei fast allen geprüften Geräten Englischkenntnisse voraussetzt.

(ddp)

 

Online über die Luftschnittstelle

28.10.2005   Analoge Telefone - ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, könnte man meinen - bekommen ein immer größeres Einsatzgebiet. Die Geräte lassen sich nicht mehr nur an die Telefondose der Deutschen Telekom oder eines Mitbewerbers anschließen, sondern auch an so genannte Router.

Den nächsten Schritt geht nun Vodafone. Das Mobilfunkunternehmen liefert einen Router, an den Anwender ihren PC und ihr analoges Telefon, ihren Anrufbeantworter und ihr Fax anschließen können. Telefongespräche vermittelt das Gerät jedoch weder über das Internet noch über die Telefonleitung, sondern per Mobilfunk. Die Box stellt auch die Internet-Verbindung über das UMTS-Netz her. Der Düsseldorfer Konzern ist damit zwar später auf dem Markt als die Münchner Konkurrenz von O2 mit Surf@home. Jedoch stellt das Surf-Kästchen von O2 lediglich die Verbindung zum Internet her. Analoge Telefone lassen sich hier nicht anschließen.

Praktisch ist die Box, weil der Nutzer sie in seinem Haus oder seiner Wohnung genau dort aufstellen kann, wo es am günstigsten ist - ohne zusätzliche Leitungen zu verlegen. Allein die Verbindung zum nächsten Mobilfunkmast muss gewährleistet sein. Box und Telefone, die man anschließt, können also nicht nur im Flur, sondern ebenso im Wohn- oder Arbeitszimmer stehen.

Die Grenzen der Box setzt neben der vergleichsweise geringen Datenübertragungs-Geschwindigkeit der Tarif von Vodafone. Die Verbindung zum Internet über das UMTS-Netz ist im besten Fall sechsmal so schnell wie ISDN. Wenn sich mehrere Nutzer einen UMTS-Funkmasten teilen, kann sie deutlich darunter liegen. Damit ist der Mobilfunk nach wie vor deutlich langsamer als DSL - die Kabeltechnik bietet die 3- bis fast 20-fache Geschwindigkeit. Zum Surfen, Mailen und Chatten reicht die Leistung jedoch aus. Für Anwender, die häufig größere Dateien aus dem Netz laden und nebenbei Internet-Radio hören möchten, dürfte die Verbindung allerdings schnell zum Flaschenhals werden.

Vodafone liefert die Surf-Box im Paket mit einem Tarif aus. Für rund 50 Euro im Monat erhält der Kunde mit einem Laufzeitvertrag neben 1000 Minuten für Telefongespräche aus dem Zuhause-Bereich entweder 60 Stunden Internetnutzung oder fünf Gigabyte Datenvolumen. Normalnutzern dürfte das ausreichen. Vielnutzer haben vermutlich ebenso wie mit der Übertragungsgeschwindigkeit wenig Freude.

Hinzu kommt in jedem Fall der Anschaffungspreis. Bucht der Kunde seinen Online-Zugang und Telefonanschluss mit dem Tarif "BusinessDataPro8", kostet das Gerät rund 100 Euro. Hinzu kommen dann jedoch monatlich noch gut neun Euro für den Datentarif. Zusammen mit dem Tarif "BusinessData3M" fallen zwar keine monatlichen Gebühren an, allerdings ist dann die Box mit 490 Euro erheblich teurer.

Internetnutzer sollten daher nicht allein die Leistung, sondern auch den Preis mit herkömmlichen Angeboten vergleichen. Ein Telekom-Festnetzanschluss kostet rund 16 Euro im Monat, DSL noch einmal mindestens 17 Euro. Zusammen mit einer günstigen Flatrate, die es etwa bei 1&1 und GMX bereits für 5 Euro gibt, kommt der Anwender auf laufende Kosten von mindestens 38 Euro. Zwar sind darin noch keine Telefongespräche enthalten. Doch selbst eine Flatrate für innerdeutsche Festnetz-Telefonate über das Internet kostet bei einigen Anbietern nur noch zehn Euro.

Hinzu kommt, dass ein WLAN-Router mit Internet-Telefonanlage deutlich günstiger ist als die Vodafone-Box. Im Handel kosten die Geräte rund 150 Euro. Die Internet-Provider subventionieren die Router jedoch und bieten sie für rund 30 Euro an. Wer weiter über die Telefonleitung telefonieren möchte, bekommt einen WLAN-Router bei vielen Anbietern geschenkt. Sein analoges Telefon kann man bei beiden Varianten natürlich weiter verwenden.

(ddp)